Sandboarding & einmaliger Sternenhimmel in San Pedro de Atacama

Auf in eine der trockensten und einsamsten Wüsten der Welt! Während unseres Trips durch Chile und Argentinien haben wir so gut wie alle Highlights im Süden abgehakt. Was jetzt noch fehlt, ist der Norden, insbesondere die Atacama Wüste. Doch statt die knapp 1.700 km mit unserem eigenen Auto zu fahren, haben wir uns für die deutlich komfortablere und schnellere Variante entschieden.

So geht es morgens früh mit LAN-Airways von Santiago innerhalb von 1,5 Stunden nach Calama, einer fürchterlichen Stadt, die eigentlich nur als Unterkunft für die lokalen Mienenarbeiter dient. Nach viel hin und her – es gibt weder einen zentralen Busbahnhof, noch kann uns irgendwer wirklich weiterhelfen – finden wir irgendwann einen Bus, der nach San Pedro de Atacama fährt.

Wiedertreffen mit alten Reisefreunden in San Pedro de Atacama

Was gibt es schöneres als mitten im Nirgendwo bekannte Gesichter zu sehen? Wenig und so freuen wir uns tierisch, als wir unverhofft auf unserem Weg zum Hostel Doro & Felix und Anita & Herbert treffen. Zwar wussten wir, dass zumindest Doro & Felix auch hier sind und wir wollten uns unbedingt wiedertreffen, aber dass das so einfach werden würde, damit hatten wir nicht gerechnet.

Herbert und Anita haben von ihren Freunden von zu Hause eine „Aufgabenliste“ mitbekommen und bevor es für die beiden weiter nach Bolivien geht, muss noch ein Terremoto getrunken werden. Somit machen wir uns alle zusammen am Abend auf in eine Karaoke-Bar und ordern diese vermeintliche Köstlichkeit. Wir lernen: Ein Terremoto (Erdbeben) besteht aus Pipeño (einem fermentierten Wein), Pisco und einer Kugel Annas-Eis. Hört sich furchtbar an? Es schmeckt noch schlimmer! Die Damen lassen ihren Herren liebenswürdiger Weise jeweils die Hälfte ihres Getränks übrig und so merke zumindest ich einen leichten Effekt. Da es für eine Gesangsdarbietung einen Drink umsonst gibt, entscheiden sich Felix und ich spontan die Geldbörse zu schonen. Und nach 4:3o Minuten zu „Quit Playing Games With My Heart“ erhalten wir noch einen verdammt starken Pisco-Cola dazu.

Sandboarding im Valle de la Muerte

Nun ja, der nächste Tag beginnt etwas langsamer. Wir treffen uns am Vormittag und mit ausgeliehenen Sandboards (deutlich preiswerter und entspannter, als irgendeine organisierte Tour) geht es zu einer 150 Meter hohen Düne im Valle de la Muerte. Beim Snowboarden oder Surfen würde jetzt die Kälte oder das Wasser die Kopfschmerzen vertreiben, so aber bleibt nichts anderes übrig als den Berg in der sengenden Hitze hoch zu laufen und auf Besserung zu hoffen.

Nach einer kurzen Anfangsphase haben wir alle den Dreh raus (Respekt für Doro und Kathrin, die noch nie Snowboarden waren) und genießen einen perfekten Tag!

Einmalig klarer Sternenhimmel in der Wüste

San Pedro de Atacama ist neben vielen anderen Dingen, vor allem für seine perfekte Sicht auf den Sternenhimmel bekannt. Um diese zu genießen und vielleicht auch ein paar Antworten auf unsere Sonne-Mond-und-Sterne-Fragen, die sich während unserer Reise angesammelt haben, zu bekommen, haben wir bereits im Vorfeld eine der beliebten Touren beim französischen Astronomen Alain Maury gebucht. Das heutige Sandboarden fordert zwar seinen Tribut und Kathrin und ich sind hundemüde, als es gegen 9 Uhr abends losgeht, aber die Vorfreude überwiegt alle mal.

An der Sternwarte angekommen, lernen wir zuerst wie die Menschen vor über 2.000 Jahren den Himmel sowie die Erde gesehen haben, bekommen die verschiedenen Sternenbilder erklärt und lernen allerhand anderes Interessantes (wie man das Kreuz des Südens erkennt, wo sich im Himmel der Südpol befindet, wie man mit bloßem Auge Sterne von Planeten unterscheiden kann und warum es „im siebten Himmel“ heißt*). Danach geht es zu den Teleskopen, die auf verschiedene Himmelskörper ausgerichtet sind, u.a. den Mond in Nahaufnahme, den Saturn und den Jupiter.

Zwar kann ich mir nur knapp 1% von dem merken, was unser Guide uns so erzählt, aber es ist wirklich spannend und eine super Erfahrung.

* Der siebte Himmel geht wahrscheinlich auf die Theorie des griechischen Philosophen Aristoteles zurück: Jeder der damals bekannten Planeten (Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn) ist in seinem eigenen durchsichtigen Gewölbe über der Erde eingebettet. Das Siebte schließt die Welt mit allen Planeten, Sternen und der Sonne gegen das Nichts ab. Somit war Saturn der Hüter der Schwelle, an dem die materielle Welt endete. Hiernach gab es nur noch die unsichtbare Welt aus Phantasie, Wünschen und Träumen.

Die Sonne genießen

Freitag ist Ruhetag 🙂 Die anderen wollen heute das Valle de la Luna erkunden, aber Kathrin und ich machen heute… gar nichts! Wunderbar, wir liegen in der Sonne und genießen das Leben. Abends kommen uns die 4 Abenteurer besuchen, wir kochen Penne mit Tunfisch (leider ohne Kapern) und lassen den Abend mit Wein und Geselligkeit ausklingen – die ideale Stärkung vor unserem Fahrrad-Trip ins Valle de la Luna

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