Abenteuerliches Nairobi

Die etwas andere Safari im Nairobi Nationalpark

Wir machen anscheinend gerne bekloppte Sachen. Eine war die Trekking Tour zum Mount Kenya ohne jegliche Vorbereitung. Die zweite war unsere Safari Tour durch den Nairobi Nationalpark. Wir waren mit Sicherheit die einzigen, die bei 23 Grad im Schatten mit voll aufgedrehter Heizung durch den Park gefahren sind – um den Motor zusätzlich zu kühlen – der Kühler von Franz Auto ist leider defekt und somit überhitzt der Motor regelmäßig. Außerdem stiegen Franz und Felix alle 10km mit Messer, Feuerlöscher und Wasserflasche bewaffnet aus dem Auto, um mindestens 3 Liter Kühlwasser nachzufüllen – in der Hoffnung, dabei nicht von hungrigen Katzen in der Savanne überrascht zu werden. Die am meisten gefürchteten Löwen haben wir allerdings zum Glück / leider nicht zu Gesicht bekommen. Dafür bekamen wir ein Nashorn, Zebras, Nilpferde, Giraffen, Büffel, Antilopen, Impalas & Co. vor die Linse.

Elefantenweisen, 42cm lange Giraffenzungen und versteinerte Krokodile

Elefanten, Giraffen und Krokodile haben wir in Nairobi auf ganz besondere Weise erlebt. Im David Sheldrick Elephant Orphans Project durften wir beobachten, wie wenige Monate bis 3 Jahre alte Elefanten von Hand mit Milch aufgezogen werden bzw. wie sie am Wasserloch spielen. Der David Sheldrick Wildlife Fonds hat in Kenia bereits über 200 Elefantenweisen aufgepäppelt und wieder ausgewildert. Die meistern Elefantenbabys sind Opfer von Wilderei. Weltweit töten illegale Wilderer alle 15 Minuten einen Elefanten, um an das begehrte Elfenbein zu kommen. (Hierzu ein interessanter Artikel von National Geographic, der die Verbindung zwischen Elfenbeinschmuggel und dem globalen Terrorismus aufzeigt, nach Paris sicherlich sehr lesenswert.) Die Elefantenbabys, die teilweise Verletzungen (u.a. von Speeren oder Fallen) tragen, sind für die Wilderer uninteressant und werden einfach zurückgelassen. Das Elefantenwaisenhaus nimmt sich ihrer an, erhält und schützt somit einen wichtigen Teil des afrikanischen Wildlebens. Wir waren davon so angetan, dass wir prompt ein Elefantenkind adoptiert haben: Sirimon, männlich, geboren am 9. Oktober 2013, gefunden im Alter von einem Jahr auf einer Farm bei Mount Kenya, Opfer von Wilderei. Bei einer abendlichen Fütterung haben wir neben den Elefantenwaisen, auch ein blindes Nashorn, ein Giraffen- und zwei Straußenbabys kennenlernen dürfen, die ebenfalls umsorgt werden.

Eine interessante Begegnung mit Giraffen gab es im Nairobi Giraffe Center. Das Center kümmert sich um den Schutz und Erhalt der besonders seltenen Rothschild Giraffe. Dank seines Engagements ist die Population von einst ca. 200 wieder auf über 2000 angestiegen. Aug in Aug konnten wir hier auf einer Plattform Giraffen füttern. Dabei kamen nicht nur ihre langen Hälse sondern auch ihre 42cm langen Zungen zum Einsatz, um uns die Leckerlis aus den Händen zu fischen.

Krokodile, Schildkröten und Strauße haben wir darüber hinaus im Nairobi Mamba Village bewundern dürfen, obwohl dürfen hier sicherlich das falsche Wort ist. Dieser Park machte allerdings einen eher traurigen Eindruck auf uns – die Tiere werden den Besuchern auf relativ wenig Platz zur Schau gestellt.

Außerdem: Seltsames und Interessantes in Nairobi

Neben den Tier- und Natur-Erlebnissen sind in den 10 Tagen Nairobi auch einige Besonderheiten Kenias bei uns hängen geblieben:

  • Der krasse Verkehr: jeder fährt und überholt wie er kann bis die Achse bricht – Verkehrsregeln werden eher selten beachtet und der Willensstärkere hat Vorfahrt – wie man da auf den Straßen mit Skateboard oder Fahrrad unterwegs sein kann, ist uns ein Rätsel, aber ein paar Leute mit offensichtlicher Selbstmordtendenz haben wir gesehen
  • Kurioses entlang der Straßen: In Nairobi aber auch auf dem Land verkaufen und bewirtschaften die Kenianer entlang der Straßen alles, was sie zu fassen bekommen – so gibt es Möbelverkauf unter freiem Himmel, Pflanzenzucht, Gemüseanbau oder grasendes Vieh auf einem schmalen Streifen Niemandsland, während direkt daneben die Autos, Matatus, Laster und Ochsenkarren langsausen
  • Sicherheit beim Shoppen: Am Eingang jeder Mall werden Autos von bewaffneten Sicherheitskräften – nach Lust und Laune auch mit Spürhunden – durchforstet, Taschen durchsucht und Menschen durchleuchtet
  • überall Sicherheitspersonal mit scharfen Waffen: egal ob Shopping-Mall, Nationalpark oder Tier-Center – bei allen öffentlichen Einrichtungen stehen Unmengen an Sicherheitsleuten, die ganz entspannt – zum Teil auch gelangweilt mit ihren Sturmgewehren hantieren
  • Krasser Unterschied zwischen Arm und Reich und zwischen den afrikanischen Kulturen: während die Ärmsten vergeblich versuchen, Bananen, Fußbodenmatten, Stehlampen oder sonstiges Zeug an im Stau stehende Autofahrer zu verkaufen, fahren die Reichen im Porsche Targa Turbo über die Buckelpisten Nairobis oder tragen mit geschmacklosem Bling-Bling ihr Vermögen zur Schau, während die Massai ihre ausgemergelten Viehherden durchs Stadtgebiet treiben und auf öffentlichen Rasenplätzen grasen lassen

Heute brechen wir wieder auf und fliegen weiter nach Dubai. Die knapp 2 Wochen Kenia waren voll von schönen, seltsamen, brisanten und interessanten Eindrücken und Erfahrungen, an die wir uns sicherlich noch lange zurückerinnern werden. Danke Judith und Franz, für eure Gastfreundschaft und Fürsorge! Rashta & Thomas, wir freuen uns auf euch!

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