Parque Nacional Conguillío – oder wir testen die Regentauglichkeit unseres Zeltes

Zum ersten Mal regnet es! Auf dem Weg zum Parque Nacional Conguillío hatte es schon angefangen und jetzt pisst es wie aus Eimern. „Leider“ kommen wir um 18:20 am Eingang an und weit und breit kein Ranger, aber die Schranke ist offen… Oben am Campingplatz angekommen wundern sich die beiden Damen an der Rezeption über unseren späten Besuch, aber weisen uns freundlich einen Stellplatz zu und empfehlen zwei Wanderrouten: 1. Tag bei Regen Sendero los Carpinteros und 2. Tag bei Sonnenschein Sendero Sierra Nevada. Als wir berichten, dass wir mit einem Dachzelt durch Chile fahren, erhalten wir den Tipp, dass wir auch den kostenlosen Parkplatz direkt neben dem Campingplatz nutzen können, solange unser Zelt nicht den Boden berührt. Komische Regel, aber wenn niemand unser Geld will.

Die gute Nachricht zum Zelt, es ist 99% wasserdicht. Die schlechte, 1% nicht. Hier werden wir für Patagonien noch ordentlich Imprägnierspray verteilen und auch die billigen Heringe durch windfeste ersetzen.

Der Vulkan Lliama im Parque Nacional Conguillío zählt zu den aktivsten Vulkanen Chiles und brach zum letzten Mal 2008 aus. Wir sehen leider nicht viel vom Lliama, da es einfach nicht aufhören will zu Regnen.

Sendero los Carpinteros

Nach einer kalten, nassen Nacht brechen wir also zum Sendero los Carpinteros auf. Einem Wanderweg für den wir hin und zurück knapp 5 Stunden benötigen sollen. Die erste Frage die sich uns stellt ist, was heißt eigentlich Carpintero. Maler oder Schreiner? In diesem Fall wohl Specht, wie wir auf einer Erklärtafel lernen. Von den Spechten ist leider nichts zu hören, dafür führt uns unser Weg durch einen fantastischen Araukarien und Coihue-Sudbuchen Regenwald. Die Araukarien selbst sehen aus, wie aus einer anderen Zeit und auf dem Weg befindet sich eine, die über 1.800 Jahre alt sein soll. Auf unserem Rückweg sehen wir dann doch noch zwei waschechte Carpinteros und wissen, dass der Schuhputzer in Nairobi ganze Arbeit geleistet hat. Die Imprägnierung unserer Schuhe ist hin und vor dem nächsten Regen, sollten wir hier auch noch einmal ran.

Sendero Sierra Nevada

In der Nacht ist der Regen von stark zu sehr stark angewachsen und von der versprochenen Sonne keine Spur. Somit sind wir zwar um 7 aufgestanden, um früh loszuwandern, stehen jetzt aber bis 10 Uhr an einem Unterstand und frieren. Dann aber hört der Regen auf und es kann losgehen. Zusammen mit Max (einem Berliner Studenten, den wir Tags zuvor kennengelernt haben) geht es los zu, laut Lonley Planet, einer der schönsten Kurzstrecken Chiles.

Leider ist der Lliama voller Wolken, aber der Weg ist es allemal wert. Wir laufen wieder durch dichte Araukarien- und Coihue-Wälder, die ganz stark an Herr der Ringe erinnern, dem Bergkamm der Sierra Nevada entgegen. Nach zwei Aussichtspunkten und mehreren kleinen Schneefeldern, erreichen wir unser Ziel – einen „Campingplatz“ auf dem Kamm mit einem wunderbaren Blick über einen Gebirgssee und den wolkenbehangenen Lliama. Leider zieht schlechtes Wetter auf, so dass wir unser Picknick auf später verschieben müssen.

Auf unserer Weiterfahrt nach Villarrica klart es dann endlich komplett auf, und wir können doch noch einen Blick auf den kompletten Vulkan Lliama vom Auto aus genießen.

2 Antworten zu “Parque Nacional Conguillío – oder wir testen die Regentauglichkeit unseres Zeltes

  • Wolf Holle
    2 Jahrenvon

    So sind wir auch unterwegs gewesen. Aber bescheidener nur mehrmals in Frankreich. Wünschen ein frohes Neues Jahr und sichere Heimkehr.
    Wolf und Caroline Holle

  • Felix
    2 Jahrenvon

    Ihr wart eine der Inspirationen für unsere Reise mit dem Dachzelt. Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, wie Katharina und ich auf dem Hirschberg in Eurem Dachzelt gespielt haben 🙂

    Hattet Ihr damals auch Probleme mit Kondenswasser unter der Matratze und wenn ja, wie habt Ihr das gelöst?

    Ganz liebe Grüße aus Chile

    Felix