Blauwale vor der Küste Puñihuils

Nach unserem Besuch im Nationalpark Chiloé  fahren wir wieder zur Nordspitze Chiloés, da man hier Wale und Humboldtpinguine beobachten können soll. Außerdem wollen wir uns auf dem Weg noch die Kirche in Castro ansehen, die zu den schönsten auf Chiloé zählen soll.

Castro

Auf Chiloé befinden sich über 150 hölzerne Kirchen und Kapellen, von denen 16 zum Unseco-Weltkulturerbe zählen. Von außen wirkt die gelbe Holzkirche Iglesia San Francisco de Castro wenig spektakulär. Betritt man jedoch den Innenraum erkennt man, warum die Kirche zu den Unesco-Schätzen Chiloés zählt. Die Innenausstattung aus Holz ist atemberaubend und erinnert an einen Schiffsrumpf.

Monumento Natural Islotes de Puñihuil

Vor der Küste Chiloés leben Blauwale und man soll sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit zwischen Dezember und März sehen können. Ich wollte schon immer Blauwale sehen! Also haben wir direkt bei unserer Ankunft auf Chiloé bei Ecomarine Puñihuil reserviert. 12 Stunden bevor es am Morgen um 7 Uhr losgehen soll, erfahren wir, dass wir „leider“ doch nicht fahren können, da kurzfristig eine andere Gruppe abgesagt hat und es sich mit nur 3 Passagieren nicht lohnen würde. Ganz großes Kino! Leider sind sonntagabends alle anderen Agenturen geschlossen und telefonisch erreichen wir auch niemanden mehr. Bleibt nur noch zu hoffen, dass wir am Strand von Puñihuil noch irgendjemanden treffen, der uns am nächsten Morgen mitnehmen kann.

Wie der Zufall will, treffen wir am Strand Hèctor und Juan-Carlos, zwei Kapitäne, die gerade nach Hause aufbrechen wollen. Glücklicherweise fahren sie am nächsten Tag raus und wir können uns spontan dieser Tour anschließen. Auf dass wir morgen wieder so ein Glück haben und tatsächlich auch Wale sehen – die Wahrscheinlichkeit liegt laut Hektor bei 50 – 60%.

Abends genießen wir mit Max den mittlerweile täglichen Arroz de la Abuela in einer traumhaften Kulisse und werden nach Einbruch der Dunkelheit mit einem Feuerwerk an Sternschnuppen belohnt.

Um 7:30 Uhr treffen wir uns mit Hèctor und Juan-Carlos sowie einem Österreicher, einem britischen Ehepaar (very stiff upper lip) und einer chilenischen Familie. Wir fahren los und ich bin richtig nervös. Nach ca. 30 Min. Fahrt über die hohen Pazifikwellen (der chilenische Vater, der am Anfang noch einen auf super cool gemacht hat, hängt nach knapp 10 Minuten Fahrt über der Reling) sehen wir am Horizont die ersten Wasserfontänen (Blas) aufsteigen. Was für ein überwältigendes Gefühl, wir werden diese Riesen der Meere tatsächlich sehen! Die Erfahrung, Wale direkt vor unserem Boot zu sehen sowie ihre Gesänge zu hören, ist einfach unbeschreiblich bewegend. Als wäre das nicht schon genug, springt plötzlich ein Blauwal direkt vor uns komplett aus dem Wasser – leider hat niemand auf dem Boot ein Foto gemacht – aber dies wird sicherlich niemand von uns so schnell vergessen. Auf dem Rückweg denke ich über die japanischen Walfänger auf der Nisshin Maru bzw. die Teilnehmer des Grindadráp nach, und frage mich, was in den Köpfen dieser Menschen wohl vorgehen mag…

Bevor wir wieder das Festland erreichen, passieren wir noch eine Seelöwenkolonie sowie zwei Inseln auf denen die seltenen Humboldtpinguine leben.

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